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Frieren Hühner im Winter?

Wir zeigen Ihnen, wie Sie Probleme im Winter vermeiden können.

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Hühner sind uns so vertraut, dass wir uns gar nicht mehr vorstellen können, dass sie eigentlich aus tropischen Regionen stammen. Vermutlich gehen alle heute bekannte Haushühnerrassen auf das südostasiatische Burma-Bankivahuhn zurück. Trotz Jahrtausende der Domestikation in unseren Breiten haben sie sich nicht zu einhundert Prozent an den Winter angepasst.

Bei lang anhaltenden Temperaturen unter dem Gefrierpunkt sollten Sie etwas unternehmen.

So viel Kälte verträgt ein Huhn

 

Die Frage, ob ein Huhn in Winter friert, kann nicht pauschal mit Ja oder Nein beantwortet werden. Hühner können frieren und unter bestimmten Bedingungen sogar Forstschäden abbekommen. Unsere nordischen und mitteleuropäischen Haushühnerrassen kommen bei Kälte gut klar, wenn man einiges beachtet.

 

Aufgrund der tropischen Herkunft sind sie keine Wintertiere. Ihre Wärm-Vorrichtungen sind nicht so gut entwickelt, wie beispielsweise bei Enten oder Gänsen. Ganz anders als diese besser angepassten Haustiere bekommen Hühner im Winter kein wärmendes Daunen-Gefieder.

 

Wer Hühner hält, muss wissen, welche Temperaturen die ausgesuchte Rasse verträgt. Dazu gibt es Richtwerte, die bei Züchtern, auf Fachseiten oder in Lexika zu finden sind. Hühner-Freude und Hobby-Züchter müssen dabei aber beachten, dass Mindestgrenzen bei den verträglichen Temperaturen die Belastungsgrenze sind.

 

Extreme Kälte vertragen selbst die robustesten Rassen nur kurzzeitig. Zwischendurch braucht ein Huhn immer wieder Wärme, um sich zu erholen.

 

Grundsätzlich sollten Hühner niemals über längere Zeit größere oder gar zweistellige Minustemperaturen ertragen müssen. Im besten Fall dürfen Hühner im Winter selbst entscheiden, ob sie sich draußen oder in einem leicht temperierten Stall aufhalten.

 

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In unserem Hühner-Wissensblog haben wir noch mehr interessante Themen für Sie zusammengefasst. Wissen Sie zum Beispiel, wieso Hühner ganz gerne mal kleine Steinchen fressen oder ob Hühner schwimmen können?

 

 

Wärmevorrichtungen und Schwachstellen der Hühner

 

Seidenhühner gelten als besonders hübsch anzuschauen und bringen viele Vorteile bei der Haltung mit sich.

Das Gefieder

 

Der beste Kälteschutz sind die Federn. Jeder, der schon mal ein Huhn in Händen hielt, weiß, dass die Federn einen Großteil des Volumens ausmachen. Federn sind in Schichten angeordnet. Dazwischen befinden sich Lufträume. Die puffern und halten Kälte bis zu einem gewissen Grad ab.

 

Wie bereits erwähnt, haben Haushühner im Winter wie Sommer in etwa die gleiche Gefieder-Dichte und keine wärmende Daunen. Allerdings hat man europäische Nutzrassen über die Jahrhunderte mit einem möglichst dichten Gefieder gezüchtet. So haben die Tiere doch eine gewisse Kälte-Resistenz entwickelt.

 

Exotische Rassen, Hühner aus Asien oder den Südländern haben bis heute nur ein dünnes Gefieder und sind kälteempfindlich. Beispiele dazu sind Sebright Zwerge, Seidenhühner und Strupphühner.

 

Das größere Problem: Nässe und Kälte-Kombi

 

Weitaus schädlicher für Ihre Hühner ist die Nässe. Wenn Kälte und Nässe zusammenkommen, macht das diesen Arten besonders schnell zu schaffen. Achten Sie also darauf, dass zumindest der Stall wasserdicht und möglichst trocken ist. In diesem Artikel haben wir Ihnen ausführliche Tipps aufgelistet, wie Sie Ihren Hühnerstall winterfest bekommen.

 


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Empfindlich sind auch Rassen mit ungewöhnlicher Anordnung der Federn an Kopf, Hals und Körper. Durch den stellenweise fehlenden dichten Federschutz dringt kalte Luft bis zur Haut vor und lässt sie schneller auskühlen.

 

Stoffwechsel und Nahrung

 

Heimische Wildvögel können im Winter den Stoffwechsel deutlich reduzieren. Sie setzen dann weniger Energie um und die Körpertemperatur sinkt. Als Ergebnis frieren sie nicht und sie kommen gut mit dem im Winter knapper gewordenen Nahrungsangebot zurecht.

 

Haushühner können das nicht. Bei ihnen läuft der Stoffwechsel im Winter normal weiter. Ab einer Außentemperatur von 0 Grad Celsius ziehen sich die an der Hautoberfläche liegenden feinen Blutäderchen zusammen. So wird der Körper isoliert und vor Wärme-Verlust geschützt.

 

Gleichzeitig wird im Inneren der Umsatz erhöht, um das Huhn schön warmzuhalten. Dadurch haben Hühner im Winter einen mindestens genauso hohen Bedarf an Nahrung wie zur warmen Jahreszeit. Findet das Huhn im Freilauf nicht mehr ausreichend Nahrung, muss unbedingt zugefüttert werden. Winterfuttermittel für Hühner enthalten viele fettreiche Kerne, Haferflocken, Nüsse, Rosinen oder Hanf.

 

Wie Sie Ihren Hühnerstall winterfest machen können hatten wir Ihnen bereits in diesem Artikel ausführlich beschrieben: 10 Tipps, wie Sie Ihre Hühner gut durch den Winter bringen.

 

 

Beine, Kehllappen und Kämme

 

Vogelfüße sind von Natur aus immer etwas kälter, als der restliche Körper. Fern vom Herzen sind die Beine nicht ganz so stark durchblutet. Wildvögel haben wieder einen klaren Vorteil. Sie können die Bluttemperatur in den Beinen regelrecht drosseln. Ist das Blut in den Läufen kalt, frieren die Tiere auch nicht bei längerem Kontakt zu kalten Untergründen und Eisflächen.

 

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Bei Hühnern ist der Effekt nicht ganz so gut ausgeprägt. Trotzdem können sie sich zeitweise problemlos über Schnee und Eis bewegen. Isolierend wirken die dicken Hautschuppen, von denen Hühnerfüße ummantelt sind. Spezialrassen können sogar dämmende Federn an den Füßen haben.

 

Richtig empfindlich sind Kämme und Kehllappen der Tiere. Im Winter sind sie die größten Schwachstellen der Hühner.

 

Kämme und Kehllappen bestehen aus dünner Haut. Schützende Federn fehlen. An diesen Stellen verlieren Hühner die meiste Wärme. Rassen mit besonders ausladenden Kämmen wie die Chabos gelten deswegen als besonders frostempfindlich.

 

Um den Tieren den Winter etwas erleichtern, helfen

  • das Einfetten (mit Melkfett oder Vaseline) der Kämme und Kehllappen
  • das Vermeiden von Nässe.

 

Werden die empfindlichen Hautpartien nass (durch große offene Tränkebecken, Regen oder Schneefall) und anschließend kalt, kommt es schnell zu Erfrierungen.

 

Deswegen geben professionelle Hühnertränken nur kleine Näpfchen mit Wasser frei. Nassmachen ist so nicht möglich. Ein paar Schneeflocken machen Hühnern nichts aus. Wird das Wetter richtig nasskalt bleiben sie am besten ganz im Stall.

 

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Warmes Wasser im Winter macht Hühner froh

 

Wer seinen Hühnern etwas Gutes tun möchte, bietet ihnen im Winter leicht zugängliches temperiertes Wasser. Dazu eignet sich zum Beispiel eine Heizplatte bzw. ein Tränkenwärmer (Amazon Affiliate Link).

 

Wussten Sie schon? Tatsächlich legen Hühner, die warmes Wasser bekommen, meistens auch in der kalten Jahreszeit Eier.

 

Es kann sich also durchaus lohnen, das Trinkwasser, zumindest bei sehr kalten Temperaturen, zu heizen. Auch zu beachten gilt, dass das Trinkwasser bei extremen Minustemperaturen ohnehin gefrieren würde und die Hühner somit kein Trinkwasser mehr zu sich nehmen könnten.

 

Frieren Hühner auch im Stall?

 

Unter Umständen – ja! Halten Minustemperaturen über Tage oder Wochen hinweg an, kann das den Hühnern ordentlich zusetzen. Luftige oder zugige Hühnerställe sollten bei Wind und Wetter gut abgedeckt werden. Experten raten dazu, die Temperatur im Hühnerstall immer knapp über 0 Grad Celsius zu halten.

 

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Natürlich halten Hühner kurzzeitig auch Temperaturen von bis zu minus 10 Grad Celsius aus. Die Regel sollte das bei glücklichen Hühnern aber nicht sein.

 

Elektrische Frostwächter (Amazon Link*) sorgen dafür, dass der Stall automatisch leicht beheizt wird, wenn die Temperaturen fallen. Wärmelampen bzw. Rotlichtlampen (Amazon Link*) erhalten Sie bereits für um die 20 €. Dennoch sollten Sie es mit der Wärme nicht übertreiben – die Lampen sollten lediglich bewirken, dass möglichst keine Minustemperaturen im Stall herrschen.

Große Temperaturunterschiede sollten vermieden werden. Kommen Hühner aus einem kuschelwarm beheizten Stall ins eisige Freiland, steigt die Erkältungsgefahr. Das ist bei Hühnern nicht anders als bei uns Menschen auch.

 

Aus unserem Wissensblog: 10 Fragen und Antworten, die Sie noch nicht über Hühner wussten.

 

 

Frieren Hühner im Winter – das Wichtigste in Kürze

 

  • unsere Haushühner haben tropische Vorfahren
  • sie sind bedingt „winterhart“
  • Hühner bilden keine wärmenden Daunen aus
  • die Frostresistenz ist von Rasse zu Rasse unterschiedlich

 

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