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Hühner halten ohne Hahn – geht das?

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Hühner zu halten ist zwar ein wenig Arbeit, aber ansonsten nicht allzu schwer. Ob Sie sie dabei eher als geliebte Haustiere oder Eier- und Fleischlieferant halten, bleibt Ihnen natürlich überlassen. Den Umständen entsprechend kann es aber einfacher und angenehmer für Sie sein, die Hühner ohne Hahn zu halten.

Hühnerhaltung mit Hahn
Wer ist der Boss im (Hühner)Haus?

Sind Hühner auch ohne Hahn glücklich?

Solange die Hühner freien Auslauf, genügend Platz und Fressen haben, brauchen sie einen Hahn nicht, und können durchaus auch ohne ihn ein erfülltes, glückliches Leben führen. Da die Hühner im Garten auch keinen starken Beschützer benötigen, fühlen sie sich auch als reine Mädelstruppe wohl. Dann übernimmt die stärkste Henne oft die Führungskraft, also die eigentlichen Aufgaben des Hahns. Es kann sogar passieren, dass die Henne zu krähen beginnt. Weitere Aufgaben des Hahns sind es, die Hennen zum Futter zu locken und ins Nest zu begleiten. Außerdem natürlich der Schutz vor Angreifern oder vermeintlichen Feinden. Das kann schnell auch der/die Besitzer/in der Herde sein. In einem sicheren Umfeld ist dies aber natürlich nicht nötig, und solange die Hühner sich nicht in Gefahr fühlen werden sie sich nicht allzu sehr nach einem männlichen Vertreter ihrer Art sehnen. Die Antwort lautet also: Ja, Hühner können durchaus ohne einen Hahn ein erfülltes Leben führen, vor allem solange Sie sich gut um sie kümmern und einige Dinge beachten.

 

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Kann ein Huhn auch ohne Hahn Eier legen?

Ja – aber keine befruchteten. Man bekommt also zwar Eier, aber keine Küken. Hühner haben einen Zyklus von ca 25 Stunden. Zum Vergleich, bei Menschen sind es ungefähr 28 Tage. Vergessen Sie aber nicht, dass Hühner einmal jährlich in die Mauser kommen, und so legen Sie in dieser Zeit für ein oder zwei Monate keine Eier. Haben Sie einen Hahn, werden Sie aber meist auch befruchtete Eier haben. Die Anzahl der gelegten Eier ändert sich aber nicht. Ungebrütete, aber befruchtete Eier kann man auch essen, und sie entscheiden sich geschmacklich nicht von unbefruchteten. Allerdings sollte man den Hühnern auch die Möglichkeit geben, das Mutterglück einmal selbst zu erleben. Hat man keinen Hahn, kann man ihnen bereits befruchtete Eier unterlegen, die sie dann auch annehmen wie ihre eigenen.

 

Hahn im Hühnerauslauf
Prächtig anzusehen: Der Hahn sticht immer aus der Masse hervor.

Vorteile bei der Hühnerhaltung mit Hahn

Zuerst einmal sieht ein stattlich bunter Hahn einfach gut aus, wenn er um seine Hühnerschar herumstolziert, auf alles ein Auge hat und dabei seine glänzenden Schmuckfedern präsentiert. Die Hühnerhaltung mit Hahn ist die natürlichere Variante für die Hühner. So kann das typische soziale Gefüge aufrechterhalten werden. Der Hahn kann seine Hühner beschützen und befruchten, er lockt sie zum Futter und geleitet sie abends für gewöhnlich zurück in ihr Nest. Außerdem verteidigt er sie gegen Fressfeinde wie Marder, Wiesel oder Füchse bis zum Tod. Diesen Kampf gewinnt er jedoch bei Weitem nicht immer. Der Hahn sorgt auch für mehr Ruhe in der Gruppe. Mit ihm ist die Rangordnung klar und er ist der unangefochtene Chef. So ist Rangkämpfen gleich vorgebeugt. Er schlichtet Streit innerhalb der Gruppe und schützt schwächere Hennen davor, Opfer ihrer Kolleginnen zu werden. Natürlich ist es auch schön, irgendwann eigene Küken zu haben, und so die Herde auf natürliche Weise zu vergrößern, sowie den Hennen das eigene Mutterglück zu gönnen.

 

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Nachteile bei der Hühnerhaltung mit Hahn

Es gibt aber natürlich auch Gründe dafür, dass immer mehr Hühnerhalter auf einen Hahn verzichten. Dazu gehört natürlich das prägnante Krähen, das schon so manche Nachbarschaft auf die Probe gestellt hat. Denn der Hahn kräht ja nicht nur zum Sonnenaufgang, sondern auch schon lange davor. Da kann er im Sommer gerne mal um 3 loslegen und dann weiterhin regelmäßig seine Meinung kundtun. Lebt man im ländlichen Gebiet oder ohne Nachbarn in direkter Nähe ist das natürlich kein Problem (solange es Sie selbst nicht stört), doch es wäre nicht das erste Mal, dass ein Streit um den Hahn vor Gericht endet, oder ebenso unschön mit dem plötzlichen Tod des Federviehs.

 

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Unser Lesetipp: Diese Hühnerrassen sind für Anfänger besonders gut geeignet.

 

Außerdem können Hähne bisweilen aggressiv werden, weil sie die Herde ihrer Hühner entweder vor dem Menschen als potenziellen Feind schützen wollen, oder weil sie ihn sogar als Teil ihrer Herde anerkennen und unterordnen möchten. Hiergegen kommt man an, wenn man den Hahn sanft aber bestimmt festhält oder zu Boden drückt, um so ebenfalls Dominanz zu zeigen und ihn somit zu unterwerfen.
Es gibt jedoch in manchen Gegenden einfach von vorneherein ein Verbot für Hähne, also ein gesetzlich verankertes Haltungsverbot. Dies muss natürlich ebenfalls beachtet werden.

 

Wie viele Hühner kann/sollte man mit einem Hahn halten?

Um einen Hahn glücklich zu machen und ein möglichst natürliches Gefüge zu schaffen, sollte dieser mindestens 2 Hennen zum beschützen und bestimmen haben. Allerdings liegt eine gute Haltungszahl eher bei drei bis sechs Hennen pro Herde. Was Sie aber auf gar keinen Fall tun sollten ist das Halten von mehreren Hähnen auf einer Fläche. Möglich ist dies in zwei getrennten Ställen sowie Flächen zum picken. Hält man Hühner mit einem Hahn, und diese legen befruchtete Eier, kann es natürlich ebenfalls passieren, einen unerwünschten Hahn als Küken zu haben. Diesen sollten sie am besten vor Beginn der Kampfphase, also kurz nachdem er angefangen hat zu krähen, verkaufen oder selbst schlachten. Hahnenkämpfe enden nämlich nicht selten blutig und tödlich.

 

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