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Sussex Huhn: die vielseitigen englischen Bauernhofhühner

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Das Sussex Huhn sieht aus, als sei es einem Bilderbuch für glückliches Landleben entsprungen. Sussex sind schön, praktisch und robust zur gleichen Zeit. Aufgrund der unkomplizierten Art werden diese Hühner vor allem bei privaten Klein-Haltern und ambitionierten Selbstversorgern immer beliebter.

Das Sussex-Huhn: Viele tolle Eigenschaften für Hobbyzüchter und Selbstversorger.

Zur Geschichte des Sussex Huhns

Rund um die südenglische Badestadt Brighton gab es schon seit Jahrhunderten wunderschöne und robuste Landhühner. Selbst in Deutschland kannte man das hübsche englische Landhuhn, lange bevor es zu einer eigenständigen Rasse wurde.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts, taten sich einige Geflügelzüchter in der Grafschaft Sussex zusammen. Sie wollten die alten regionalen Landhühner erhalten und als einheitliche Rasse vermarkten. Der Trend zur Rassetier-Haltung und Standardisierung hatte um diese Zeit herum in ländlichen Regionen Einzug gehalten.

So wählten die Verantwortlichen sieben Typen der regionalen Bauernhofhühner und formten daraus die Rasse Sussex Huhn. Als eigentliche Urahnen der Sussex gelten Cochin, Dorking und Brahma-Hühner.

Erstmals vorgestellt wurden Sussex als eigenständige Rasse 1903 auf einer Rassegeflügelausstellung in der südenglischen Kleinstadt Lewes.

Die züchterische Organisation schwappte sehr schnell aufs Festland über. Schon 1907 wurde der erste deutsche Sussex-Sonderverein gegründet, der bis heute besteht. Etwas anders als in England kennt man in Deutschland offiziell nur sechs Farbschläge der original Sussex Hühner.

 

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Sussex Huhn Erfahrungen: bei Profis, Anfängern und Selbstversorgern beliebt

Als alte Landhuhnrasse ist das Sussex robust und pflegeleicht. Neben der Hobby- und Liebhaber-Zucht hat sich ein Hybrid-Schlag gebildet. Diese Tiere wurden über die Jahrzehnte hinweg mehr auf die schnelle Leistung, denn auf Beständigkeit gezüchtet.

Sussex-Hühner sind nicht nur für ihre hohe Legeleistung bekannt.

Die beachtliche Legeleistung, große Eier und die friedliche Art machten das Sussex in der Vergangenheit auch für die erwerbsmäßige Hühnerhaltung interessant.

Hobbyhalter und Selbstversorger lieben das Sussex Huhn für seine farbenfrohe Erscheinung, die gute Nutzbarkeit und das freundliche Temperament. Sussex sind robust, verzeihen kleine Haltungsfehler und trotzen optimal dem mitteleuropäischen Winter.

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Sussex Hühnerhaltung im eigenen Garten

Das Sussex ist mittelgroßes und breites Huhn. Der Körperbau ist kompakt und fast rechteckig. Am Bauch sind Sussex füllig und breit.

Schulter und der Rücken der Hähne sind geradlinig und breit, die Körperhaltung waagrecht. Die Brust ist breit, tief und nicht vorgewölbt. Die Flügel liegen hoch an, besonders flugfähig ist das Sussex aber nicht. Der Schwanz ist im Ansatz breit, mittellang und mündet in einer schönen aber nicht besonders langen Fahne. Sussex Hennen ähneln im Großen und Ganzen den Hähnen. Sie sind etwas kleiner, rundlicher und gedrungener.

Kamm, Kehl- und Ohrlappen sind bei den Hähnen dunkelrot und bei den Hennen etwas Heller. Die Läufe sind hell Fleischfarben. Nur bei den grausilbernen Sussex können dunklere Beine vorkommen.

 

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Als erste Adresse für die Sussex Zucht dient in Deutschland der Sonderverein der Sussex und Zwerg-Sussex Züchter. Seit 1907 kümmert sich der Verband um Nachzucht, Organisation und Rasseausstellungen. Rund 250 Sussex- und Zwerg-Sussex-Züchter sind alleine in Deutschland registriert.

Auf der Internetseite gibt es Adressen, weitere Informationen zu den Sussex und Termine für Ausstellungen und Schauen.

 

Auch die Geflügelzucht Schulte hat regelmäßig Sussex-Hühner zum Verkauf. Wenn Sie Sussex-Hühner kaufen möchten und wenig Erfahrung mit der Hühnerhaltung haben, empfehlen wir Ihnen auf jeden Fall den persönlichen Kontakt zum jeweiligen Züchter.


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Sussex Farbschläge

In Deutschland gibt es vor allem zwei Farbschläge – den weißen und roten (Weiß-Schwarzcolumbia und Rot-Schwarzcolumbia). Weiße Sussex haben eine helle Grundfarbe und einen schwarzen Hals und Schwanz.

Doch das sind bei Weitem noch nicht alle Farbvarietäten dieser schönen Hühner. Der deutsche Zuchtverband kennt insgesamt sechs anerkannte Farbschläge.

 

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Weiß-Schwarzcolumbia

Grundfarbe silberweiß mit schwarzer Zeichnung am Hals und an den Flügeln. Bei den Hähnen ist der Schwanz schwarz. Weißes Untergefieder.

 

Gelb-Schwarzcolumbia

Grundfarbe goldgelb mit schwarzer Zeichnung am Hals und an den Flügeln. Bei den Hähnen ist der Schwanz schwarz. Gelbes bis hellgraues Untergefieder.

 

Rot-Schwarzcolumbia

Wie die anderen nur ist die Grundfarbe ein gleichmäßiges Dunkelrot, das Untergefieder ist rot oder grau. Die Hähne sind dunkler als Hennen.

 

Wildbraun

Die Henne erscheint in einem bescheidenen Dunkel-Wildbraun. Der Hahn ist am Hals und auf dem Rücken dunkelbraun. Brust, Unterkörper und Fahne sind schwarz mit grünem Schimmer.

 

Grausilber

Die Grundfarbe ist silberweiß mit schwarzer Saumzeichnung. Am Bauch und die Fahne sind dunkler. Hennen sind insgesamt dunkler als Hähne.

 

Braun-Porzellanfarbig

In dieser Färbung unterscheiden sich Hahn und Henne fast nur durch den Kamm, Kehllappen und kleine Unterschiede im Körperbau. Hennen können etwas heller sein. Die Grundfarbe ist ein dunkel leuchtendes Kastanienbraun. Die Federn tragen schwarzer Tupfen und kleine weiße Flecken am Ende der Federn.

 

Sussex Huhn
Sussex-Hühner sind nicht nur wegen der großen Eier und der hohen Legeleistung sehr beliebt.

Die Eigenschaften als Nutzhuhn

Sussex gehören zu den Zwiehühnern oder Zweinutzungshühnern. Der Name sagt es schon, diese Rassen eignen sich für die Nutzung der Eier ebenso wie zum Schlachten.

Zu ihren besten Zeiten legten die Sussex bis zu 220 Eier im ersten Jahr. Inzwischen ist die Leistung etwas zurückgegangen. Mit 180 Eiern im ersten Jahr ist sie aber immer noch beachtlich. Im zweiten Jahr liegt die Legeleistung bei noch etwa 150 Eiern.

 

Privathalter, die ihren Hennen die Rente gönnen, berichten zuweilen davon, dass Sussex bis zu fünf Jahre Eier legen. Je älter die Henne wird, desto weniger Eier bringt sie.

 

Sussex gelten als frühreif und legen bei guter Pflege auch im Winter zuverlässig.

Ursprünglich war das Sussex Huhn sogar eine Fleischrasse. Die Körper lassen sich leicht auf drei bis vier Kilogramm mästen.

 

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Sussex Nachzucht

Wer selbst züchten möchte, kann das mit den unkomplizierten Sussex jederzeit versuchen. Allerdings gelten die Hennen der hellen Farbschläge als nicht ganz so brutwillig. Für die Naturbrut eignen sich die dunklen Farben besser. Haben sie einmal Küken gelten alle Sussex als sehr zuverlässige Mütter. Die Rasse eignet sich zudem bestens für die Kunstbrut.

 

Charakter und Haltung der Tiere

Die Hühner sind vor allem wegen ihres wunderbar ausgeglichenen Charakters beliebt. Wo Menschen, Kinder und andere Tiere sind, fügen sie sich unkompliziert ein.

Sussex können sehr zutraulich werden und eine echte Bindung zu ihren Haltern aufbauen.

Trotz der ruhigen Art sind sie immer aktiv und neugierig. Diese Hühner sollten viel Auslauf und abwechslungsreiche Beschäftigungsmöglichkeiten haben. Als reine Stallhühner eignen sie sich nicht.

 

Bietet das Gelände genug kräuterreiche Grasflächen und Erdreich mit Insekten und Würmern, brauchen die Sussex über die warme Jahreszeit hinweg kaum Zufütterung.

 

Als optimal gelten 12 bis 15 Quadratmeter pro Huhn. Wer weniger hat, muss den Tieren zusätzliches Futter bieten.

Sussex fliegen nicht besonders gut. Sie können sehr gut in größeren Ausläufen mit Zäunen von etwa 1,20 Metern Höhe gehalten werden. In der Nacht brauchen sie einen geschützten Stall.

Das Sussex Huhn lässt sich sehr gut mit anderen Hühnerrassen vergesellschaften. Wenn sich die Tiere wirklich mischen sollen, eignen sich als Gesellschaft andere ruhige Rassen. Treffen die Sussex auf lebhaftere bis streitlustige Gesellen gehen sie ihnen großzügig aus dem Weg.

 

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Allerdings gilt auch für das Sussex-Huhn: Kälte in Kombination mit Nässe ist immer schädlich.

Ausgezeichnete Winterhärte

Sussex werden seit vielen Jahrhunderten im kühlen Mitteleuropa gehalten und gezüchtet. Sie zählen zu den Rassen, die sich sehr gut angepasst haben. Zu einhundert Prozent winterhart sind Haushühner jedoch grundsätzlich nicht.

Im Fall der Sussex bedeutet dies, dass sie selbst bei kalten Temperaturen tagsüber gut draußen bleiben können. Die Sussex wollen das sogar. Am besten können sie im Winter selbst entscheiden, ob sie im Stall oder Auslauf sein möchten.

Auf schnee- und eisfreien Flächen scharren und picken sie selbst im Winter fleißig.

Sie können größere Temperaturunterschiede ausgleichen. Vorsicht ist trotzdem bei kalter Nässe geboten. Das verträgt kaum ein Huhn wirklich gut. Trockene Kälte macht ihnen im Grunde nichts aus.
Eine richtige Stallheizung ist nicht erforderlich. In sehr kalten Regionen oder bei lang anhaltenden Temperaturen im Minusbereich sollte im Stall ein Frostwächter installiert werden.

 

Achtung Impfpflicht auch für Hobbyhalter

Selbst für Kleinhaltungen im heimischen Garten besteht in Deutschland offiziell eine Impfpflicht. Alle Hühner-Halter sind dazu aufgerufen, ihre Tiere regelmäßig gegen die Geflügelpest und die Newcastle-Krankheit zu impfen. Bei Hühner kann dies sehr unkompliziert über Zugaben zum Trinkwasser passieren. Halter sind dazu verpflichtet, Impf-Nachweise zu führen.

 

Mehr zur Impfpflicht in diesem Artikel: Darf man Hühner selber impfen?

 

Lebenserwartung der Sussex Hühner

Hybrid-Sussex aus Massenzuchten gelten als weit weniger robust als die Originale. Hybriden werden meistens nicht älter als zwei Jahre.

Tierliebe Privathalter, die sich neben der Nutztierleistung an der reinen Anwesenheit der Tiere erfreuen, sollten auf Jungtiere oder Bruteier aus soliden Liebhaber-Zuchten setzen. Bei guter Pflege und viel Auslauf kann das echte Sussex Huhn sechs bis acht Jahre alt werden.

Zwerg-Sussex – die perfekte Alternative für kleine Gärten

Immer mehr Menschen nutzen selbst kleine Gärten und Grünflächen für die Hühnerhaltung.
So ist es kein Wunder, dass die Zwerg-Sussex in unseren Breiten mindestens genau beliebt sind wie die große Variante.

Vom Aussehen, den Eigenschaften und Ansprüchen her sind beide Typen fast identisch.

Zwerg-Sussex Hähne erreichen ein Gewicht von 1,3 Kilogramm, Hennen etwa 1,1 Kilogramm. Eine Zwerg-Sussex Henne legt im ersten Jahr 180 Eier mit einem Durchschnittsgewicht von rund 45 Gramm.

 

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